Der SPIEGEL v. 10.7.2026
Letztes Lebenszeichen aus Theresienstadt
1933 wurde der jüdische Teilhaber Adolf Maass aus der Spedition Kühne + Nagel gedrängt: pdf
1933 wurde der jüdische Teilhaber Adolf Maass aus der Spedition Kühne + Nagel gedrängt: pdf
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Mit einer neuen Oper will sich Unternehmer Klaus-Michael Kühne in Hamburg ein Denkmal setzen. Mit der Aufarbeitung der Rolle von Kühne+Nagel während der Nazi-Zeit läuft es aber nicht ganz so rund
Klaus-Michael Kuehne has repeatedly declined to address growing evidence of his company’s wartime conduct Link
https://www.abc.net.au/listen/programs/religionandethicsreport/the-dark-secret-of-germany-s-richest-man/104332672 Ab Minute 16:35
Tageszeitung (one of Switzerland’s main newspapers): https://www.tagesanzeiger.ch/kuehne-nagel-chef-vertuscht-nazigeschichte-des-weltkonzerns-686505808662
Corriere della Sera (Italy’s largest newspaper): https://www.corriere.it/esteri/24_settembre_13/il-tedesco-piu-ricco-ha-un-patrimonio-di-44-miliardi-che-arrivano-dal-padre-nazista-rubati-a-70-mila-ebrei-5554a5ec-157b-417c-842b-6c8c9a1a0xlk.shtml
Süddeutsche Zeitung (one of Germany’s largest newspapers): https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klaus-michael-kuehne-lux.SqDrMjmbvCiVuTmqkBv1wC?reduced=true
Diario Red (a major Spanish publication): https://www.diario.red/articulo/internacional/hombre-mas-rico-alemania-pasado-nazi-familia/20240918204331035548.html
T-online (a big German online medium): https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/gesellschaft/id_100491330/hsv-investor-nazi-enthuellungen-um-reichsten-deutschen-klaus-michael-kuehne.html
Taz (Henning’s publication that started it all): https://taz.de/Vanity-Fair-ueber-Klaus-Michael-Kuehne/!6034426/
Morgenpost (Hamburg’s main tabloid): https://www.mopo.de/hamburg/klaus-michael-kuehne-haelt-brisante-ns-studie-ueber-seinen-vater-unter-verschluss/
ND (Germany’s socialist newspaper): https://www.nd-aktuell.de/artikel/1185408.ns-erbe-schmutzig-reich.html
Abstract: The essay draws a panorama of the current state of the Holocaust compensation and provenance research in Germany. It discusses the German politic of “Wiedergutmachung”, the recent cases of restitution, the public debate about commemoration and the challenges when it comes to restituting objects robbed 80 years ago. On the one hand, Germany – especially with regards to restitution measures up to the 1960s – is used as a role model in the international discourse on restitution issues. On the other hand, there is also a history of critique accompanying the German “Widergutmachungspolitik”. The essay argues that future research should analytically separate the different levels of the history of compensation: the official German discourse and wording of commemoration politics, the history of actual payments, the research and remembrance done by institutions like universities or memorials, and the initiatives of survivor organizations and civil society. They follow their own agendas and often are contradictory.
Noch bis vor einem Jahr war es einfach ein Papierkorb, für Papierschnipsel und entsorgte Notizen. Der Korb aus Rattan und lackiertem Holz fügte sich gut in das Zimmer des Bremer Finanzsenators. Von seiner Vergangenheit ahnte lange Zeit niemand was. Dann stellte sich heraus: Den Abfalleimer haben sich vermutlich Nationalsozialisten unter den Nagel gerissen. Ganz sicher lässt sich das Jahrzehnte später nicht mehr nachweisen, sagt Gundula Rentrop, die als Museumspädagogin bis zu ihrem Ruhestand die Geschichte des Bremer Finanzressorts aufgearbeitet hat. Aber der Verdacht reicht, dass der Papierkorb aus dem Zimmer des Senators in den Keller des Finanzressorts verbannt wurde.
Den kompletten Artikel von Mirjam Uhrich (dpa) über die Arbeit Gundula Rentrop, Marcus Kenzler und Susanne Kiel gibt es hier.
Die Logistikfirma Kühne + Nagel hat seine NS-Vergangenheit nicht wissenschaftlich aufarbeiten lassen. In Bremen entstand daraufhin Deutschlands erstes »Arisierungs«-Mahnmal. Der Frust der jüdischen Gemeinde ist bis heute groß. Von Jannis Hartmann
Audiobeitrag zu NS-Unternehmen von Jannis Hartmann rbb24 inforadio
sowie ein weiterer Beitrag zu Unternehmen im NS von Jannis Hartmann: »Schwerer Stoff«
https://www.juedische-allgemeine.de/politik/bremer-arisierungs-mahnmal-eingeweiht/
https://www.juedische-allgemeine.de/allgemein/bremer-arisierungs-mahnmal-wird-eingeweiht/
Das Team der Provenienzforschung des Deutschen Schifffahrtsmuseums (DSM) / Leibniz-Institut für Maritime Geschichte launcht die erste Datenbank, über die während des Nationalsozialismus enteignetes Umzugsgut jüdischer Flüchtlinge gesucht werden kann. Offizieller Start für die LostLift Datenbank ist der 1. September – der Tag, an dem 1939 der Zweite Weltkrieg begann.
Nähere Informationen sind hier zu finden.
Die LostLift Datenbank ist abrufbar unter lostlift.dsm.museum
Der Milliardär und Mäzen Klaus-Michael Kühne will der Stadt Hamburg eine neues Operngebäude „schenken“. Diese soll auf dem Gelände des ehemaligen Baakenhafens in der HafenCity erbaut werden. Kühnes Angebot ist in erinnerungspolitischer Hinsicht jedoch sehr problematisch. Erstens war seine Speditionsfirma Kühne + Nagel an NS-Verbrechen beteiligt. Die Firma bereicherte sich an der antisemitischen Verdrängungspolitik gegen die jüdische Konkurrenz und sie profitierte vom Raub von Möbeln aus jüdischem Besitz. Klaus-Michael Kühne, Sohn und Erbe des damaligen Geschäftsführers, übernimmt bislang keinerlei Verantwortung dafür. Zweitens ist die Örtlichkeit des Baakenhafens kolonialhistorisch vorbelastet. Hier schifften die Zehntausenden deutschen Soldaten ein, die für den Genozid an den Herero und Nama zwischen 1904-1908 in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, verantwortlich waren. Ein kolonialer Erinnerungsort würde durch das neue Operngebäude überdecken.
Zwei Kurzvorträge mit anschließendem Gespräch soll diese Geschichte aufbereiten und die Pläne des Hamburger Senats kritisch beleuchten.
Unsere Gäste:
Henning Bleyl ist Journalist und Geschäftsführer der Heinrich-Böll-Stiftung Bremen. Er hat sich in zahlreichen Artikeln und Vorträgen intensiv mit der NS-Geschichte von Kühne + Nagel befasst. Er ist Initiator des Bremer Mahnmals zur Beraubung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus, das in Sichtweite der Deutschlandzentrale von Kühne + Nagel steht.
Dr. Kim Todzi ist Historiker an der Universität Hamburg. Er arbeitet seit vielen Jahren zur Kolonialgeschichte in Hamburg. In seiner Dissertation „Unternehmen Weltaneignung. Der Woermann-Konzern und der deutsche Kolonialismus 1837-1916“ hat er u.a. die Bedeutung des Baakenhafens als koloniallogistische Drehscheibe eingehend untersucht.
Moderation: Dr. Rhena Stürmer, Historikerin, Universität Leipzig
Ort: Centro Sociale, Sternstraße 2, 20357 Hamburg
Eine gemeinsame Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung Hamburg und der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg
Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg
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